Open Source: Warum arbeiten Menschen kostenlos?

An einem dieser lauen Sommerabende erzählte ich in geselliger Runde, dass ich für eine WordPress Agentur arbeite. Daraufhin sagte ein befreundeter Unternehmer: “Ah, WordPress! Dass ist toll, alles kostenfrei, damit habe ich unsere komplette Webseite umgesetzt!”. Es dauerte nur kurz bis er hinterher schob: “Warum machen die eigentlich alles kostenlos, wollen die kein Geld verdienen?”.

Wir sprachen über Open Source, die Community hinter WordPress und das freie Web. Und darüber, dass wenn alle gemeinsam an etwas arbeiten ein starkes Ökosystem entsteht, von dem alle profitieren – und indem letztlich alle Geld verdienen können.

Aber die Frage blieb trotzdem in meinem Kopf hängen. Und ich musste an diesen Beitrag über einen Entwickler denken, der innerhalb von 20 Jahren über 14.000 “commits” in eine GitHub repository  hochgeladen hat.

Warum sind Menschen motiviert ihre Zeit und ihre professionellen Fähigkeiten in Open-Source-Projekte zu investieren, für die sie nicht bezahlt werden?

Und warum gibt es Unternehmen, die diese Technologien anwenden und sehr, sehr viel Geld damit verdienen können ohne etwas zurückzugeben?

Das Internet funktioniert nicht ohne Open Source

Tatsächlich basiert ein Großteil des Internets auf Open-Source-Technologien. Ohne Open Source, wäre unser Internet nicht vorstellbar. Und, dass Wikipedia keine seriöse Quelle sei, war wohl der größte Quatsch, den unser Bildungssystem uns erzählt hat.

Dass #Wikipedia keine seriöse Quelle sei, war der größte Quatsch, den unser #Bildungssystem uns erzählt hat.

Aus diesem Grund betreibt und fördert Google aktuell über 2.000 solcher Open-Source-Projekte. Weil aus Open Source Innovationen entstehen, die sonst nicht möglich wären und wir alle davon profitieren.

Unternehmen können diese Software einfach so für sich nutzen, sie anwenden oder verändern. Häufig sind es Kleinigkeiten, ein paar Zeilen Code, die große Probleme lösen. 

Das ist eine große Chance für alle. Zum Beispiel für kleine und mittlere Unternehmen oder junge Technologieunternehmen und Start-Ups, die es sich nicht leisten könnten alles selbst zu entwickeln.

Außerdem ist jeder Entwickler auf der Welt in seiner Laufbahn darauf angewiesen von Open Source Code lernen und diesen anwenden zu können.

Und Open-Source-Projekte, wie WordPress, ermöglichen es die Meinungsfreiheit für jeden Menschen auf der Welt zugänglich zu machen. Kostenfrei, anonym und ohne Regulierung.

Unternehmen bedienen sich an Open Source

Leider gehen die wenigsten Unternehmen verantwortungsvoll mit Open Source um, und geben etwas zurück. Sei es durch aktive Mitarbeit, Förderung oder einen fairen Anteil an dem verdienten Geld. 

Owen Williams beschreibt in seinem Beitrag The Internet Relies on People Working for Free, wie schamlos sich manche der größten Unternehmen der Welt an freien Technologien bedienen und wie sie Profite aus tausenden Stunden Arbeit eines einzelnen Entwicklers generieren.

Der Beitrag erzählt die unfassbare Geschichte des Entwicklers Daniel Steinberg, der fast im Alleingang und unbezahlt eine Technologie instand hält, von der Millionen Smartphones abhängig sind. Und er stellt die Frage, warum ihn keines der Unternehmen die von seiner Erfindung profitieren bei der Wartung unterstützen will.

Etwas zurückgeben ist wichtig

Ich bin sehr stolz darauf, dass wir uns bei Inpsyde der Verantwortung bewusst sind, der WordPress Community etwas zurückzugeben. Wir teilen unser Wissen in der Community, arbeiten an der Weiterentwicklung des Content Management Systems mit und veröffentlichen einen Teil unserer Plugins zur kostenfreien Nutzung. Eines davon ist das Backup-Plugin BackWPup, das schon über 9 Millionen mal heruntergeladen wurde und Nutzern auf der ganzen Welt kostenfrei zur Verfügung steht.

So gibt man etwas zurück.

Veröffentlicht von Marcus Burk

Ich bin Marcus Burk und schreibe in diesem Blog über digitales, Marketing und Kommunikation.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.